Portrait von Thomas Usleber

»Kultur darf nicht auf die Sprache oder die Religion reduziert werden, denn dadurch wird nur das Trennende hervorgehoben.«

»Ich bin ein Deutscher. Bin ich es? Woran wird „Deutschsein“ erkennbar? Woran erkennen Menschen, dass ein anderer ein Deutscher ist oder eben keiner? Am Pass? An der Sprache? Am Namen? Am Aussehen?«

Mit seinen autobiografischen Aufzeichnungen »Die Farben unter meiner Haut« meldete sich 2002 erstmals ein schwarzer, deutscher Mann zu Wort. Der 1960 geborene Thomas Usleber erzählt vom Aufwachsen in der westdeutschen Provinz, wo er mit seiner weißen Mutter und einem schwarzen Bruder lebte. Auch wenn Rassismus seine Erfahrung von Ausgrenzung am stärksten prägt, gesellt sich bei ihm noch ein weiterer Aspekt dazu: Die Armut seiner Familie. […] Usleber arrangiert sich damit, als Schwarzer nicht deutsch sein zu können. Um dennoch in einer Gesellschaft (über)leben zu können, die ihn offensichtlich ausgrenzt, wählt er die Strategie der Assimilation, nimmt die Rolle des Vermittlers ein und leistet Bewusstseinsarbeit in der Mehrheitsgesellschaft, um “Toleranz” für nicht-weiße Deutsche oder anderweitig Ausgegrenzte zu schaffen. © Ekpenyong Ani

In seinem Buch zeichnet Usleber die erschütternde Geschichte eines Deutschen auf, der im eigenen Land als Fremder gesehen wird, aber mit Konsequenz und einem unbeirrbaren Glauben dokumentiert, dass nicht die Hautfarbe eines Menschen entscheidend ist, sondern seine Willenskraft und individuelle Persönlichkeit. AUDIO & MEHR….