Britin Sharon Dodua Otoo gewinnt den Bachmann-Preis

 Bachmann-Preisträgerin Sharon Dodua Otoo


Bachmann-Preisträgerin Sharon Dodua Otoo

Eine deutsche Frühstücksszene mit Anklängen an Loriot: Die britische Autorin Sharon Dodua Otoo gewinnt den Hauptpreis bei den 40. Tagen der deutschsprachigen Literatur. Das Publikum favorisierte Stefanie Sargnagel.

“Herr Gröttrup setzt sich hin”, heißt der Text, für den Sharon Dodua Otoo den mit 25.000 Euro dotierten Ingeborg-Bachmann-Preis im österreichischen Klagenfurt gewonnen hat. Herr Gröttrup ist ein reichlich pedantischer deutscher Rentner, der seiner Ehefrau das Leben nicht nur beim Frühstück schwer macht.MEHR…

 

KINDER DER BEFREIUNG

Transatlantische Erfahrungen und Perspektiven Schwarzer Deutscher der Nachkriegsgeneration

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70 Jahre nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs würdigt dieser Band den Beitrag, den afroamerikanische Soldaten zur Befreiung Deutschlands vom Faschismus geleistet haben, und vereint Stimmen Schwarzer Deutscher der Nachkriegsgeneration. Historische, politische und wissenschaftliche Analysen, persönliche Geschichten, Interviews und literarische Texte fügen sich zu

einem Kaleidoskop zusammen, durch das eine neue Perspektive auf einen fast vergessenen Teil deutscher Geschichte und US-amerikanisch-deutscher Beziehungen entsteht. Ursachen und Auswirkungen von Rassismus in der Vergangenheit und Gegenwart werden ausgelotet und Strategien für positive Veränderungen aufgezeigt.

»Kinder der Befreiung ist ein Meilenstein in der in den vergangenen drei Jahrzehnten entstandenen Literatur über die vielfältige Geschichte Schwarzer Deutscher. Diese Anthologie vereint erstmals Schwarze Stimmen von beiden Seiten des Atlantiks und wirft neue Forschungsfragen zur Wechselwirkung von Rassismus in Deutschland und in den USA in der Zeit nach dem Zweiten Weltkrieg auf. Die Texte erzählen keine ›Opfergeschichten‹, sondern sind Gegenentwürfe zu einer von Machtstrukturen bestimmten Geschichtsschreibung und bahnbrechend für eine Neudefinition transnationaler Identitäten. Das Buch ist ein wichtiger Beitrag zur politischen Bildung und gehört in jeden Kurs zur deutschen Nachkriegsgeschichte«.
Leroy T. Hopkins, Jr., Professor für Germanistik / Millersville University, PA

Der erste Teil des Bandes ist eine Überblicksstudie zur allgemeinen afro-deutschen Geschichte und Gegenwart und zu den Erfahrungen Schwarzer Deutscher in den USA und ordnet die besondere Geschichte der Nachkriegsgeneration und ihrer Eltern in historische Konstruktionen von »Rasse« und Nation in Deutschland ein. Demgegenüber steht die vielfältige Realität Schwarzer Menschen im Deutschland der Gegenwart.

Der zweite Teil, Life Writing – erlebte Geschichte, veranschaulicht aus persönlicher Sicht Aspekte aus der einleitenden Studie. Im dritten Teil, Perspektivenwechsel, werden aus verschiedenen wissenschaftlichen Perspektiven Problemfelder der afro-deutsch-amerikanischen Geschichte auf beiden Seiten des Atlantiks thematisiert und der Begriff »afrikanische Diaspora« kritisch reflektiert. Der vierte Teil enthält ein narratives Interview mit drei Gründerinnen von ADEFRA (Afrodeutsche Frauen) und ein Gespräch mit dem ehemaligen Boxprofi Charly Graf. Das Buch schließt mit fünf lyrischen Reflexionen.

Black Europe

The first comprehensive documentation of the sounds and images of black people in Europe pre-1927

imageRecordings on phonograph cylinders, gramophone discs and films, with both still and moving images, feature people of African descent in Europe from the earliest years of the recording industry and continued after the First World War. The contribution of these pioneering personalities on the modern mass media has not been noticed – recognition is overdue. Music, spoken word and dance, from all styles, categories, languages and natal lands provide a lost but rich resource. Many artefacts may be lost forever, but this project traces the surviving evidence.

Collected in two 12 x 12 inch coffee table book with more than 500 full-colour pages, here is a multitude of documents, artefacts and curiosities, from passport applications, personal memorabilia and letters, to sheet music, newspaper ads and fabulous poster art, complemented by contemporary postcards and images of wax cylinders and disc records. In more than 100 chapters the life and times of these pioneering entertainers, musicians and linguists comes to life, from early film and sound examples to best-selling 78 rpm records, from ‘human zoos’ and minstrel shows to ethnological documentation and portraits of the (sometimes dubious) movers and shakers in European showbusiness of the time.

The team of internationally recognized experts, compilers and authors responsible for this project includes biographer Horst J.P. Bergmeier of the Netherlands, historian Jeffrey Green from the United Kingdom, discographer Dr. Rainer E. Lotz from Germany, researcher Howard Rye from the United Kingdom and sound engineer Christian Zwarg from Germany.

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Abschied von Hans-Jürgen Massaquoi

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Hans-Jürgen Massaquoi, Sr.

Der in Hamburg geborene Autor des Bestsellers “Neger, Neger, Schornsteinfeger” ist kurz vor seinem 87. Geburtstag in Florida gestorben.Hamburg. Hans-Jürgen Massaquoi, in Hamburg geborener amerikanischer Journalist und Buchautor, ist in Florida gestorben. Das erfuhr das Abendblatt von dessen Freund Ralph Giordano. Massaquoi, schwer erkrankt, hätte am 19. Januar seinen 87. Geburtstag feiern können.

Er, der Deutschland 1948 verlassen hatte, wurde der deutschen Öffentlichkeit 1999 bekannt, als er den ersten Band seiner Lebenserinnerungen veröffentlichte, die zum Bestseller wurden: “Neger, Neger, Schornsteinfeger” heißt das Buch nach den Spottrufen, mit denen die hellhäutigen Kinder den dunkelhäutigen Sohn eines liberianischen Diplomatensprosses und einer Hamburger Krankenschwester hänselten. Sein Großvater war liberianischer Generalkonsul in Hamburg, seinen Vater hat er nie kennengelernt.

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